Es ist ein Streit darüber ausgebrochen, dass eine deutsche Fußballmannschaft ihren Ausrüster von Adidas zu Nike wechselt

  • Geschrieben von Tom Espiner
  • Wirtschaftskorrespondent, BBC News

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Adidas beliefert die deutsche Nationalmannschaft seit über 70 Jahren mit dem Trikot

Die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes, das Bekleidungsunternehmen der Nationalmannschaft durch Adidas zu ersetzen, hat in der Politik heftige Kritik hervorgerufen.

Der Vertrag geht ab 2027 vom deutschen Unternehmen auf das amerikanische Unternehmen Nike über.

Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte, er hätte sich „mehr Lokalpatriotismus gewünscht“, während Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Entscheidung als „falsch“ bezeichnete.

Der Deutsche Fußball-Bund sagte, der Deal sei finanziell sinnvoll und würde den deutschen Fußball im Breitensport unterstützen.

Adidas beliefert die deutsche Fußballnationalmannschaft seit über 70 Jahren mit dem Trikot.

Berichten in der deutschen Presse zufolge hat sich Nike jedoch bereit erklärt, jährlich rund 100 Millionen Euro (86 Millionen Pfund; 108 Millionen US-Dollar) für die Belieferung des Konzerns zu zahlen, was einer Verdoppelung der 50 Millionen Euro entspricht, die Adidas zahlt.

Der am Donnerstag angekündigte Deal stieß bei deutschen Politikern der Linken und Rechten auf Bestürzung.

„Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen nicht vorstellen“, sagte Habeck. „Für mich gehörten Adidas und Schwarz-Rot-Gold schon immer zusammen. Sie sind Teil der deutschen Identität.“

Ministerpräsident von Bayern sagte Marcus Soeder Die Nationalmannschaft spielt immer mit den drei Streifen von Adidas. „Es war so klar wie die Tatsache, dass der Ball rund war und das Spiel 90 Minuten dauerte“, sagte er.

„Die Erfolgsgeschichte begann 1954 mit unserem unvergesslichen WM-Sieg, der unserem Land wieder Selbstvertrauen gab. Deshalb ist es falsch, beschämend und auch unverständlich, dass diese Geschichte jetzt endet.“

Er sagte, der deutsche Fußball dürfe kein „Spielball in internationalen Unternehmenskämpfen“ sein und „Geschäft sei nicht alles“.

Das teilte der Deutsche Fußball-Bund am X mit Sie versteht die emotionale Reaktion auf ihre Entscheidung und sagt, der Lieferantenwechsel nach 70 Jahren sei ein „radikales Ereignis“ gewesen, „das uns nicht kalt lässt“.

Der Deutsche Fußball-Bund erklärte jedoch, dass die Basis des deutschen Fußballs, zu der „mehr als 24.000 Fußballvereine, 2,2 Millionen aktive Spieler, viele ehrenamtliche Helfer und rund 55.000 Schiedsrichter“ gehören, vom Deutschen Fußball-Bund finanziert wird.

Er fügte hinzu: „Vor diesem Hintergrund muss der Deutsche Fußball-Bund wirtschaftliche Entscheidungen treffen.“ „Nike hat in einem transparenten, diskriminierungsfreien Bieterverfahren sein bestes Finanzangebot aller Zeiten abgegeben.“

Er fügte hinzu: „Die zukünftige Partnerschaft mit Nike stellt sicher, dass wir unsere Kernaufgaben im Fußball auch im nächsten Jahrzehnt erfüllen können.“

Die Bekanntgabe des Nike-Deals erfolgt wenige Monate vor der Euro 2024. Die deutsche Herrenmannschaft nutzt den Adidas-Hauptsitz in Herzogenaurach bei Nürnberg als Basis für das Turnier, das Deutschland ausrichtet.

Zu den Vertragsdetails wollte sich Adidas nicht äußern.

Der Streit um das deutsche Trikot kommt zu einer Zeit, in der Politiker in England Nikes Design des Trikots der englischen Nationalmannschaft kritisieren.

Der englische Fußballverband verteidigte das Design und sagte, es sei „nicht das erste Mal“, dass unterschiedliche Farben verwendet würden.

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