Wir müssen das Vertrauen in deutsche Unternehmen wieder aufbauen – David Schreimjor

München ist eine Drehscheibe für Unternehmen
München ist eine Drehscheibe für Unternehmen

Als in Deutschland ansässiger Berater haben wir hier im Laufe der Jahre zahlreiche Veranstaltungen und Geschäftsreisen für schottische Organisationen organisiert. Im Frühjahr letzten Jahres planten wir ein sektorübergreifendes Geschäft vom Hochland nach München, das dann wegen einer Epidemie verschoben werden musste. Kürzlich habe ich mit meinen Kontakten bei der Handelskammer München – Europas zweitgrößter Kammer nach Paris mit mehr als 400.000 Mitgliedsunternehmen – über die Möglichkeit gesprochen, diese Arbeit in diesem oder im nächsten Jahr zu organisieren. Die Antwort war klar: “Scharfe Chance” – keine Chance.

In den fünf Jahren seit dem Brexit-Referendum haben sich die meisten deutschen Unternehmen mit Geschäftsinteressen in Großbritannien auf ein unbekanntes Ende vorbereitet und Zeit, Geld und Personal investiert. Zum Beispiel hatte der BMW 200 festangestellte Mitarbeiter. Diese Unsicherheit wirkte sich stark auf den Handel zwischen England und Deutschland aus. Die Exporte aus Deutschland nach Großbritannien gingen zwischen 2015 und 2020 um 22 Mrd. USD (19 Mrd. USD) zurück – von 89 Mrd. USD auf 67 Mrd. USD, was einem Rückgang von 25 Prozent entspricht.

Anmelden Zu unserem Kommentar-Newsletter

Anmelden Zu unserem Kommentar-Newsletter

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dieser massive Umsatzverlust für Zehntausende deutscher Unternehmen dem Glauben Großbritanniens an einen zuverlässigen Geschäftspartner und einen sicheren Hafen für Investitionen einen schweren Schlag versetzt hat. Handelskammern in Deutschland haben von ihren Mitgliedsunternehmen eine große und anhaltende Nachfrage nach Geschäften mit Großbritannien, daher die Reaktion der Münchner Kammer.

David Schreimjor MPE, ehemals Investmentvertreter der schottischen Regierung in Deutschland und Österreich, fungiert heute als Energieberater in München.

Eine neue Strategie zur wirtschaftlichen Entwicklung ist dringend erforderlich, wenn Schottland weiterhin vom Handel mit Deutschland profitieren soll. Die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU sind weniger bedeutsam, und wir müssen künftige Möglichkeiten für unsere Geschäftspartner ermitteln, um das Wachstumspotenzial zu erkennen.

Ich wurde kürzlich von der Regierung Baden-Württemberg im Namen eines regionalen Automobilclusters angesprochen, das mit der Region Aberdeen interagieren möchte. Die deutsche Autoindustrie wurde durch das EU-Recht gezwungen, die CO2-Emissionen zu reduzieren, und untersucht die Verwendung von grünem Wasserstoff als Kraftstoff. Clustermanager waren sich des Fachwissens von Aberdeen in Bezug auf Bewegungsanwendungen für Wasserstoff bewusst und waren daran interessiert, Wissen auszutauschen und gemeinsame Projekte mit EU-Mitteln zu entwickeln.

Eine weitere Branche mit großem Potenzial ist die Luft- und Raumfahrtindustrie. Bayern ist einer der führenden Weltraumcluster in Europa, und Schottland bietet Satellitenproduktions- und Startfunktionen sowie nachgelagerte Datendienste. Ich hoffe, dass unsere bayerischen Freunde eine kommerzielle Mission im Weltraum mit offenen Armen begrüßen werden.

David Schreimjor MPE, ehemals Investmentvertreter der schottischen Regierung in Deutschland und Österreich, fungiert heute als Energieberater in München.

READ  Deutschland, China, um die Zusammenarbeit beim Klimawandel zu fördern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.